Could have read „Mixed“

D. fängt momentan an, die Datenschutz-Klassiker zu lesen. Respekt! Deswegen hier auch mal meine eigene Hinweisliste zu Büchern, die man gelesen haben könnte:

1984 – George Orwell:
Der Klassiker. Leider auch das Textbuch für unsere Politiker. Neusprech ist Realität, wie das Blog von Martin Haase zeigt. Schlimmer Artikel. Zwiedenken („Wenn die Partei sagt, 2 + 2 = 5, dann ist es so. Es genügt auch nicht, es nur zu sagen und dabei zu lügen, sondern man muss es wirklich glauben.“ Wikipedia) ist rudimentäres politisches Handwerk, wie man bei jedem Politiker in den Fernsehtalkshows sehen kann.  Gedankenverbrechen haben wir ja gerade per Gesetz eingeführt. Kontrolle der Vergangenheit ist alltäglich in unserer Gesellschaft. Und natürlich noch die Überall-Überwachung, besonders gerne durch den Fernseher. Und hey – das ist Deutschland; ab hier geht es nur noch bergab in der Welt!

Brave new World – Aldous Huxley:
„Allen Kasten gemeinsam ist die Konditionierung auf eine permanente Befriedigung durch Konsum, Sex und die Droge Soma, die den Mitgliedern dieser Gesellschaft das Bedürfnis zum kritischen Denken und Hinterfragen ihrer Weltordnung nimmt. Die Regierung jener Welt bilden Kontrolleure, Alpha-Plus-Menschen, die von der Bevölkerung wie Idole verehrt werden (Wikipedia)“. Noch Fragen?

Wer hier noch nicht genug hat kann mit: Fahrenheit 451 – Ray Bradbury noch einen Nachlegen. Der Film von François Truffaut geht aber auch.

Dringend notwendige allgemeine Bildung (und da nehme ich mich nicht aus. Immerhin lese ich ja auch Schivelbusch!) kommt von Wolfgang Schivelbusch. Das ist einer, den ich einen Gelehrten nennen würde. Und das würde ich nicht mit jeden Hochschulprofessor tun – ich habe da ja momentan den Überblick. Der tingelt seit 40 Jahren zwischen den Bibliotheken der Welt herum und haut alle 5 Jahre ein epochales Werk zu erstaunlich unterschiedlichen Themen heraus. Anfangen kann man mit Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft: Eine Geschichte der Genussmittel. Wenn man etwas über die Geschichte im Speziellen und den momentanen Zustand der Politik im Allgemeinen lernen möchte, dann unbedingt: Entfernte Verwandtschaft: Faschismus, Nationalsozialismus, New Deal 1933–1939 lesen! Und überhaupt: lest doch was ihr wollt, solange es von Schivelbusch ist!

Neuromancer – William Gibson:
Der 1984 (sic!) erschienene Roman legte  den Grundstein für unser heutiges Computervokabular. Nebenbei gibt es noch jede Menge Sex-Drugs-Rockn’Roll für eine spannende Handlung. Lesen. Gibson hat nach dem Cyberpunk auch noch den Steampunk erfunden in:  The Difference Engine, 1990.

Na ja, und für alle Newbies natürlich noch Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams. Damit ihr endlich wißt, warum 42 eine zentrale Zahl in der Informatik ist.

Wem der Ulysses von James Joyce zu schwer ist (unbedingt vorher den Wikipediaartikel dazu lesen!) und wer für die 4 Wochen auf der einsamen Malediveninsel genügend Lesemunition braucht, der kann Dan Simmons lesen. Ich persönlich bin der Meinung, daß die Hyperion-Gesänge zusammen mit Endymion zum Besten zählt, was in den letzten 30 Jahren an Unterhaltungsliteratur auf den Markt gekommen ist. Illium und Olympos sind genauso gut.

Ich selbst bin ja Science-Fiction-Fan. Und wenn es mal nicht eine verschwurbelte „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ von Philip K. Dick oder so sein soll, dann ist die Zeit für handfeste Raumschlachten und böse Aliens. Unser Mann für’s Grobe ist John Ringo. Definitiv nicht immer politisch korrekt! Aber wunderbare Szenarien, wunderbar durchdacht und flüssig erzählt. Wer mal vorsichtig anfangen möchte, kann Into the Looking Glass versuchen. Leute, die mit ihrer Freundin am Wochenende auf’s Mittelalterfeste gehen, sind wahrscheinlich besser mit The Council Wars bedient. Und wer sich gleich den vollen Ringo geben will, der kann in den Posleen War eintauchen. Aber Vorsicht: You have been warned!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.